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Jun 03 2012

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Warum die GbR als Rechtsform?

Wir haben uns im Vornherein natürlich Gedanken gemacht, welche Rechtsform für unser Anliegen denn in Frage kommt. Entscheidende Faktoren bei der Rechtsformwahl sind unter anderem gewesen:

  • Firma
  • Haftung
  • Kosten

Die Firma ist der Name, unter welcher ein Kaufmann nach Außen auftritt und seine Geschäfte führt. Eine Firma dürfen Kapitalgesellschaften und größere Personengesellschaften tragen, letztlich ist jedoch der Eintrag im Handelsregister entscheidend. Eine Firma wirkt beim Auftritt gegenüber Kunden und Lieferanten oft seriöser und hat somit einen Vorteil gegenüber beispielsweise einer GbR, welche nur mit einer Geschäftsbezeichnung auftreten dürfen, dabei jedoch auch immer Namen der Gesellschafter nennen müssen. Da für unsere Geschäftsidee der Unternehmens-Auftritt nach Außen vorerst nicht sehr relevant ist, war das Vorhandensein einer Firma für uns kein schlagendes Argument.

Das Thema Haftung ist natürlich oft ein Problem und sollte immer mit Vorsicht durchdacht werden. Als Personengesellschaft hafte ich uneingeschränkt mit meinem gesamten Vermögen – also auch meinem privaten Hab und Gut. Hier hat eine GmbH, bei welcher man nur mit dem Gesellschaftsvermögen haftbar gemacht werden kann, natürlich große Vorteile. Wir bewegen uns mit unserer Geschäftsidee zwar im Internet, wo man schnell einmal abgemahnt werden kann – da wir aber keine größeren Investitionen wie beispielsweise Maschinenbauunternehmen planen, hält sich das Haftungs-Risiko mit der Wahl einer GbR immer noch in Grenzen.

Für uns der entscheidende Faktor bei der Wahl der Rechtsform sind jedoch die Kosten gewesen. Das Mindeststammkapital bei einer GmbH beträgt 25.000 Euro – dazu kommen hohe Gründungskosten und Kosten durch die Buchhaltung und den Jahresabschluss, da bilanziert werden muss. Alternativ dazu hätten wir zwar noch die Unternehmergesellschaft, bei welcher nur ein Mindeststammkapital von einem Euro notwendig ist – die laufenden Buchhaltungskosten bewegen sich jedoch auf demselben Niveau wie bei der GmbH. Gleiches gilt für die OHG oder Kommanditgesellschaft – auch hier herrscht eine Bilanzierungspflicht mit nicht zu vernachlässigen Gründungskosten.

Aus diesem Grund haben wir uns letztlich für die GbR entschieden: Geringe Gründungskosten und keine laufenden Kosten durch die vereinfachte Buchhaltung im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung. Wir sehen hier selbstverständlich die Haftungsthematik, die man nicht wegreden darf. Der Kostenaspekt ist für uns aktuell jedoch noch sehr relevant, sodass wir bei ersten Einnahmen uns dann Gedanken darüber machen können, ob wir die GbR nicht doch in eine GmbH umwandeln wollen.

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