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Mai 01 2012

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Viele Ideen, spannende Webprojekte – nichts umgesetzt

Meine erste Webseite, sozusagen mein erstes „Webprojekt“, hatte ich mit 14 Jahren unter meiner ersten de-Domain www.funscripts.de umgesetzt. Das aktuelle Design ist ein paar Jahre älter, laut Wayback Machine sah das zehn Jahre alte Design in etwa wie folgt aus:

 

www.funscripts.de

www.funscripts.de vor ca. zehn Jahren

Auch wenn man heute darüber lächeln muss – für den Start meiner Web-Karriere lässt sich dieses Design insbesondere rückblickend auf die damalige Design-Kultur im Internet doch als gar nicht so schlecht erachten, oder? ;-)

Nun ja, ich beschäftigte mich im nächsten Jahrzehnt jedenfalls mal mehr, mal weniger mit Web-Programmierung, bis ich dann mein BWL-Studium begann: Zum Anfang des Studiums experimentierte ich auch ein bisschen mehr im Bereich des Online-Marketings, insbesondere hatte es mir neben Suchmaschinenmarketing mit Google AdWords die Suchmaschinenoptimierung angetan. Im Rahmen des erlernten betriebswirtschaftlichen Basis-Know-hows machte ich mir Gedanken über mögliche Geschäftsmodelle im Internet und so entwickelte sich auch langsam aber sicher meine erste größere Idee: Eine Singlebörse für Esoteriker und Andersdenkende!

Der Singlebörsenmarkt war zwar schon recht groß, eine Positionierung im esoterischen Umfeld bot aber noch gute Chancen, da es nur zwei nennenswerte Wettbewerber gab und die Zielgruppengröße in Deutschland aus meiner Sicht noch Potenzial für einen weiteren Esoterikertreff hatte. Die Domain www.seelenverwandt.net wurde registriert (wer sie heute noch kaufen will, einfach melden) und ich machte mich an die Programmierarbeit: Anpassung eines bereits vorhandenen Singlebörsenscriptes. Das Projekt ging nie online. Die Ursache war hauptsächlich das Problem, das bei den meisten Web 2.0 Gründungen die größte Hürde darstellt: Die kritische Masse. Ohne heiße Esoterikerinnen keine Neuanmeldungen. Geld für Werbung war nicht in dem Ausmaß vorhanden, also wurde das Projekt irgendwann gekippt. Schade, hatte aber viel daraus gelernt!

Idee Nummero 2 entwickelte ich danach mit meinem kleinen Bruder: Basierend auf einem WordPress-Blog wollten wir der Community lustige Aufgaben formulieren, welche diese dann im Videoformat umsetzen sollte. Die Idee war gut (ist sie immer noch), Domain wurde angemeldet, die Programmierung begann. Das Projekt ging nie online. Ursachen waren auch hier die Problematik der kritischen Masse und unsere Faulheit, zum Start selbst eigene Videos zu produzieren.

Projekt Nummer 3, an welchem ich bis vor einem halben Jahr noch intensiv arbeitete, wurde vorerst stillgelegt auf Grund zu geringer personeller und finanzieller Ressourcen. Aber das Problem wird sich ja ggf. in ein paar Jahren erledigt haben und dann wird der Markt auch dafür bereit sein. Nur soviel sei gesagt: Es handelt sich hierbei um ein Employer-Branding Portal.

Welche Konsequenz und Lehre habe ich aus dem Scheitern gezogen?

Verzichte auf Projekte, wo eine kritische Masse notwendig ist, höchstens du hast:

  • viel Kapital oder eine geile Marketing-Idee
  • eine so gute Idee, dass sie sich im Web automatisch verbreitet

Einen weiteren Tipp, den ich geben kann: Setzt eure Sachen einfach mal um. In dem Moment, wo ihr schon fast auf der Zielgerade angekommen seid, macht das Umdrehen keinen Sinn mehr. Geht das Risiko ein und geht zur Not auch nur mit einer nicht ganz perfekten Webseite online. Wenn nicht zuviel Geld dahintersteckt, ist ein Scheitern kein Weltuntergang. Und schließlich könnte es auch Facebook 2.0 werden, oder?

Im nächsten Artikel berichte ich über das einzige Projekt, was ich gemeinsam mit meinem Bruder auch wirklich umgesetzt hatte – und das dann auch zu einem Erfolg wurde. Ihr könnt gespannt sein!

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