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Okt 24 2012

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Selbstständigkeit – anstrengend und spannend zugleich

Die letzten Wochen waren sehr anstrengend. Wir hatten gefühlte tausend Termine, die Programmierung der Webseite ist vorerst in den Hintergrund geraten und uns schwirren unendlich Dinge durch den Kopf.

Was uns gerade am meisten Zeit kostet, ist der Kontakt zu Investoren. Nicht dass diese Zeit Verschwendung ist, im Gegenteil – sie ist notwendig, da wir schnell wachsen möchten und daher zusätzliches Kapital benötigen. Wir setzen hier auf unterschiedliche Pferde: Kontakt zu Business Angels nehmen wir über die regionalen Netzwerke bzw. über Beziehungen auf. Neben einigen Business Angels stehen wir ebenfalls mit einem der weltweit größten Medienkonzernen in Verbindung. Um unser Konzept weiteren institutionellen Investoren vorstellen zu können, werden wir von einem Berater unterstützt, welcher Kontakte zu einzelnen Großinvestoren pflegt. Diese potenziellen Investoren erwarten selbstverständlich eine Präsentation zum Konzept, optimalerweise in Form eines Businessplans. Unsere aktuelle Version dürfte in etwa 30 Seiten lang sein – diesen zu erstellen kostet natürlich viel Zeit und Muse. Mittlerweile sind wir jedoch optimistisch, einen Geldgeber zu finden, da unser Konzept von den meisten sehr gut angenommen wird.

Neben unseren üblichen Professoreninterviews (letzte Zeit oft in Pforzheim an der Hochschule unterwegs gewesen – ich liebe sie) gibt es aktuell auch regelmäßige Treffen mit Bewerbern auf unsere Stellenanzeige. Das führen eines Bewerbungsgespräches kennt man ja eigentlich nur von der anderen Seite – daher ist diese Situation etwas ungewohnt. Letztlich laufen die Gespräche aber sehr locker ab und machen auch Spaß, da man auch neue Menschen & Charakteren kennenlernt.

Ab November werden wir voraussichtlich in Leonberg unser erstes eigenes Büro beziehen. Glücklicherweise wird sich der Umzugsaufwand in Grenzen halten, da die Möbel vom Vermieter gestellt werden und wir eigentlich nur unser wertvollstes Arbeitsmittel mitbringen müssen: Unseren Laptop. Vielleicht besorgen wir uns auch eine Plastikpflanze. Wir wollen uns schließlich wohl am neuen Arbeitsplatz fühlen. (Nein, für ein Billardtisch ist noch kein Platz – ein Flipper käme aber ggf. in Frage).

Was haben wir sonst noch zu tun? Wir versuchen gerade eine EXIST-Förderung zu erhalten und stehen hier auch bereits mit der Uni Stuttgart in Kontakt. Einen Termin mit der Unternehmensberatung gab es letzte Woche auch einmal wieder. Zudem nehmen wir gerade wöchentlich an Gründer- und Businessplanwettbewerben teil. Die Chance auf Preisgelder und die Möglichkeit vor Investoren zu präsentieren nehmen wir natürlich gerne wahr.

Wir haben gerade also eine Menge Arbeit – und eine noch größere Menge vor uns. Wochenenden gibt es nicht mehr. Man fällt abends tot ins Bett und macht morgens vor dem Zähneputzen bereits den Computer an. Der typische Deutsche unter euch wird jetzt sagen: Man Jungs, warum tut ihr euch das auch an? Ein gemütliches Angestelltendasein hat doch viel mehr Vorteile! – Ich will dem auch gar nicht widersprechen, es hat definitiv sein Vorteil, wenn man nur seine 38 Stunden die Woche arbeiten muss und am Monatsende sein üppiges Gehalt auf dem Konto vorfindet. Wir sehen in der Selbstständigkeit eine Verwirklichung der eigenen Wünsche, der eigenen Persönlichkeit. Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Ich bereue meine Entscheidung, diesen Schritt zu wagen, in keinster Weise. Es hätte mir nichts besseres passieren können. In diesem Sinne noch einen schönen (Fußball-)Abend!

Über den Autor

Alexander Walz

Der in Stuttgart geborene und in Gerlingen lebende Gründer und Autor dieses Blogs Alexander Walz macht sein Abitur am Rutesheimer Gymnasium. Nach seinem dualen BWL-Studium an der DHBW Stuttgart bei einer namhaften Einkaufsgenossenschaft für Consumer Electronics und einer 2-jährigen Tätigkeitsphase entschließt er sich für den für ihn einzig richtigen Weg: Die Selbstständigkeit. Sein Credo: Gehe Risiken ein! Selbst wenn du versagst, kommt es meist nur halb so schlimm wie du es erwartet hast.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.alexanderwalz.de/allgemein/selbststaendigkeit-anstrengend-und-spannend-zugleich-558/

2 Kommentare

  1. Tomas

    Hallo,
    angefangen vom “Gründungszuschuss” bis zu “Investorenveranstaltungen” scheint die Finanzierung nicht in Schwung zu kommen. Wenn die Idee überall gut ankommt, stellt sich die Frage: Warum positioniert Ihr euch nicht auf einer der vielen Crowdplattformen. Seedmatch,Innovestment,Companisto, um mal eingie zu nennen. Mehr davon gibts auf dem Blog: http://www.best-practice-business.de/blog/. Dort mal unter “Crowdfunding” gucken.
    Es muss doch zigtausende Studenten und bestimmt hunderte von Profs geben, die mit ab 50 oder 100 Euronen euer “DING” finanziell an den Start bringen können – finanziell Warum geht Ihr nicht diesen Weg mal an ? 100 000 Euronen sollten doch erstmal reichen und Ihr könntet das “einsammeln von Investments selber “pushen”. Alternativ – setzt für Euer “Ding” selber eine “Crowd” und dann ab damit an die Unis! Irgendwie habe ich den Eindruck Ihr wartet auf die Investoren – lauft denen doch entgegen.

  2. Alexander Walz

    Hallo Tomas,

    das Finanzierungsthema ist meiner Erfahrung nach grundsätzlich etwas langwidriges – die Chance innerhalb von 2-3 Monaten einen Investorenvertrag unterschrieben vorliegen zu haben ist sehr gering. Sowas zieht sich leider in die Länge. Da unser Businessplan erst jetzt richtig fertig geworden ist, können wir nun auch selbst aktiv werden.
    Grundsätzlich hast du aber recht – bei Crowdfunding-Plattformen würden wir sehr gut ins Profil passen. Wir versuchen es aber erst auf dem klassischen Weg. Denn bei nem vernünftigen Investor steckt halt neben dem Geld auch viel Know-how und Kontakte dahinter, was bei der Crowd so in der Form nicht der Fall sein wird. Warten wirs ab – Danke fürs Feedback!

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