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Apr 28 2012

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Kündigung

Nachdem ich am 17. April dieses Jahres meine ordentliche Kündigung bei meinem Vorgesetzten einreichte und sein Büro verließ, kamen viele Gefühle in mir auf. Nur Angst spürte ich keine. Bedenkt man, dass ich meinen Job kündigte, ohne dabei eine neue Stelle in Aussicht zu haben, da würde dem deutschen Durchschnittsbürger wohl angst und bange werden.

Gut, mein Job war sicherlich nicht die größte Herausforderung gewesen und hatte in den letzten Monaten auch nicht mehr wirklich viel Spaß gemacht: Als „Mitarbeiter im eCommerce“ (Offizielle Stellenbezeichnung!) bei einer namhaften Einkaufsgenossenschaften für Consumer Electronics hatte ich viel triviales Tagesgeschäft zu erledigen: Produkt-, Sortiments- und Preispflege, aber auch Mitgliedersupport per Telefon. Dazu kam jedoch auch ein größerer Teil Projektarbeit und -koordination im Bereich der Umsetzung mobiler Applikationen für den B2C-Markt sowie die Vermarktung unserer Plattform an Werbekunden und die Bewerbung dergleichen im Rahmen des Online-Marketings.
An sich also im Großen und Ganzen eine Tätigkeit, die einem in den ersten beiden Jahren nach einem Dualen BWL-Studium als angebracht erscheinen mag. Es haben aber auch weiche Faktoren wie die Führung durch Vorgesetzte, die Stimmung in der Abteilung sowie die unglaubliche Aufgabenfülle für eine enorme Unzufriedenheit meinerseits gesorgt. Ein treffendes Zitat von einem Kollege war hierzu: „Wir versuchen Amazon mit drei Mann zu spielen.“ Da stellt man sich selbst als unwissender Laie doch die Frage, wie ein Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl im mittleren dreistelligen Bereich beispielsweise zu seinem Händlerkongress mit dem Schwerpunkt Multichannel einladen kann, dabei aber in keinster Weise die personellen Ressourcen zur Verfügung stellt um aufkommende Aufgaben auch nur in ansatzweise guter Qualität erledigen zu können.

Nun gut: Die Tätigkeit war nicht zufriedenstellend, die Bezahlung ungenügend und die Stimmung positiv formuliert bescheiden. Ein Grund zu kündigen. Sofern man einen neuen Job hat selbstverständlich. Sollte man jedenfalls denken.

Wie es weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Artikel.

Über den Autor

Alexander Walz

Der in Stuttgart geborene und in Gerlingen lebende Gründer und Autor dieses Blogs Alexander Walz macht sein Abitur am Rutesheimer Gymnasium. Nach seinem dualen BWL-Studium an der DHBW Stuttgart bei einer namhaften Einkaufsgenossenschaft für Consumer Electronics und einer 2-jährigen Tätigkeitsphase entschließt er sich für den für ihn einzig richtigen Weg: Die Selbstständigkeit. Sein Credo: Gehe Risiken ein! Selbst wenn du versagst, kommt es meist nur halb so schlimm wie du es erwartet hast.

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