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Apr 30 2012

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Der Drang sein eigener Chef zu sein

Der Grund für meine Kündigung war zum einen sicherlich die große Unzufriedenheit mit meiner Tätigkeit. Aber es steckte noch mehr dahinter.

Wenn ich mir meinen letzten Blogartikel noch einmal durchlese und mir Gedanken über mein Aufgabengebiet mache, dann kann ich mich eigentlich nicht beschweren. Ich habe die Umsetzung einer Smartphone-App geleitet und koordiniert, deren Ergebnis im TV beworben wurde. Welcher 24-jährige kann schon so etwas von sich behaupten?

Trotz solcher Großprojekte ist also eine Unzufriedenheit vorhanden gewesen. Woher diese kommt? Ich glaube einfach, dass das Angestelltendasein nicht jedermanns Sache ist. Regelmäßig Anweisungen von Leuten entgegennehmen, die sich aus subjektiver Sichtweise als blödsinnig und ineffizient herausstellen, ist die eine Sachen. Diese dann aber gegen die eigene Überzeugung umsetzen zu müssen eine andere. Über kurz oder lang kann ein nach Glückseligkeit strebender Mensch diesen Zustand nicht ertragen – und muss eine Lösung dafür finden.

Diese Lösung war für mich schon lange sehr naheliegend: Die Selbstständigkeit.

Als Sohn eines erfolgreich selbstständigen Heilpraktikers bin ich mit dem Gedanke aufgewachsen und kannte bis zu Beginn meines Studiums nichts anderes als die Arbeit eines Selbstständigen: Früh morgens aufstehen, spät abends nach Hause kommen. Samstags und sonntags am Schreibtisch sitzen und Rechnungen schreiben. Sich nicht erlauben zu können krank zu. Eigentlich alles Punkte, bei denen sich der glückliche Angestellte an den Kopf fasst und sich fragt, wie man sich das eigentlich freiwillig antun kann. Nun ja, das Schwein, das sich im Dreck suhlt, ist auch glücklich, oder?

Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Ich wollte mich bereits zu Schulzeiten selbstständig machen. Damals waren es zwar mehr Phantasien und Träume, aber der Ansatz war vorhanden. Im Studium konnten die Träume dann konkretisiert werden, insbesondere da ich mir als kompletter BWL-Neuling notwendige Grundlagen zur Gründung eines Unternehmens schaffen konnte. In der Zeit hatte ich viele Ideen, von denen es bei einigen fast zur Umsetzung kam. Letztlich scheiterte es meist an der fehlenden Motivation und Entscheidungskraft, vielleicht aber auch an dem Drang nach Perfektionismus (dieser ist aus meiner Sicht bei der Gründung eines Unternehmens einer der größten Hürden, an denen ein Projekt scheitern kann bzw. der Grund, warum es erst gar nicht an den Markt geht).

Das duale Studium war vorbei, mir wurde eine Stelle als Mitarbeiter im eCommerce angeboten. Da ich mich im Rahmen verschiedener privater Projekte immer im Web-Bereich bewegt hatte, war das für mich auch die einzige Stelle in unserem Unternehmen, die in Frage kam. Der Job machte anfangs sehr Spaß, der Gedanke der Selbstständigkeit schwebte aber weiter über mir und mir war schon hier klar: Du wirst dich selbstständig machen. Wann, wo und wie waren noch nicht definiert, aber der Drang sein eigener Chef zu sein und seine eigenen Träume zu verwirklichen ließ einfach nicht nach. Als die Arbeit immer weniger Spaß machte und die Unzufriedenheit größer wurde, arbeitete ich noch sehr intensiv an einem Web-Projekt, welches dann aber leider auf Grund der notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen vorerst auf Eis gelegt wurde.

Als ich jedoch mit einem ehemaligen Studienkollege über ein anderes, bereits schon fast vergessenes Projekt sprach, war er Feuer und Flamme und ich konnte ihn immer mehr von dieser Idee begeistern. Kurzum: Wir wollten dieses Projekt gemeinsam umsetzen und ich kündigte.

Im nächsten Artikel werde ich etwas genauer auf die einzelnen Ideen und Projekte eingehen, die ich im Laufe meiner Studien- und Arbeitszeit geplant hatte und umsetzen wollte.

Wie seht ihr das: Angestellter versus Selbstständiger?

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